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Shiva, Vishnu, Brahma, Ganesha ... die Götter die wir verehren

Aktualisiert: 16. Nov 2019


fotocredit @ desygner.com

Im Hinduismus spielt der Glaube an Götter eine wichtige Rolle. Ich kann mich noch erinnern, als ich die Yogaausbildung begonnen hatte und versuchte mich in das Thema einzulesen, dachte ich die Götter werde ich mir nie merken, denn es gibt eine Unzahl davon, und zu jeder Gottheit gibt es spannende, witzige und aufregende Geschichten und Mythen. Diese Erzählungen findet man in den Veden, den Upanishaden, sowie der Bhagavad Gita. Götter sind Begleiter. Ruft man sie, begleiten sie uns auf den Weg zu unserem Herzen. Sie können uns helfen schwierige Entscheidungen zu treffen, Altes los zu lassen, einen Neubeginn zu wagen und inspirieren uns. Meist wird ein Hauptgott verehrt, dieser persönlich ausgewählte Gott wird als Ishta Devata bezeichnet. Was aber nicht bedeutet, dass nur dieser Eine angebetet werden darf! Je nach Situation werden auch andere Götter zur Hilfe gerufen.


Jedoch im Endeffekt, weisen alle auf die eine, kosmische Einheit hin. Auf das Absolute, auf BRAHMAN. Brahman ist die Weltseele, der ewige Kreislauf aus Werden und Vergehen. Die verschiedenen Götter sind nur Boten, die uns helfen diese Einheit zu erfahren. Den ewigen Kreislauf zu durchbrechen und uns daraus zu befreien. SAMSARA, der ewige Kreislauf des Lebens (Geburt, Altern, Tod).


Auch unser Karma entscheidet, wie oft wir diesen Kreislauf durchgehen. Karma ist Ursache und Wirkung, ein Gesetz, das seinen Lauf nimmt. Es geht um selbstloses Handeln, ohne jeglicher Erwartung. Jede einzelne Handlung, sei es in Gedanken, in Worten oder Taten, hat Auswirkungen, hat Folgen. Was uns geschieht haben wir selbst erschaffen. Es liegt in unserer Verantwortung wie die Zukunft aussehen wird. Und die Götter helfen uns dabei.


Ein sehr schöner Weg ist Bhakti Yoga, der Weg des Herzens, der Hingabe. Bhakti bedeutet „liegende Hingabe“. Es ist ein reinges Gefühl, ein inneres Feuer, dass in der Anbetung Gottes entflammt. Es gibt verschiedene Formen Bhakti zu praktzieren. Beim Shravanam werden die Geschichten der heiligen Schriften gelesen. Geschichten über die Gottheiten und deren Avatare. Beim Kirtanam (das Singen von Kirtan) steht das Wiederholen der göttlichen Namen im Vordergrund. Diese Lieder werden voll Hingabe gesungen oder rezitiert. Es gibt auch verschiedene Rituale, auch Pujas genannt, die in traditionellen Haushalten jeden Tag am Hausaltar stattfinden. Hier werden Opfergaben – Blüten, Räucherwerk neben Statuen oder Bilder gelegt.


„Wer kein Geschöpf hasst, wer zu allen freundlich und mitfühlend ist, wer frei ist von Verhaftung und Ichgedanken, ausgeglichen in Freude und Schmerz und nachsichtig,

wer stets zufrieden ist, beständig in der Meditation selbstbeherrscht und mit fester Überzeugung, und dessen Geist und Verstand auf Mich gerichtet sind, er, der Mich verehrt, ist Mir lieb“

Aus der Shrimad Bhagavad Gita XII 13, 14

(Zwiesprache mit der Ewigkeit, Text und Erläuterung von Swami Sivanada, Mangalam Books, deutsche Ausgabe 20112)



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Brahma

Brahma der Schöpfer. Er gehört neben Shiva und Vishnu zu den Hauptgöttern im Hinduismus. Er gilt als Schöpfer von Sonne und Mond, von Himmel und Erde, der Herr aller Wesen und Herrscher über Klang und Sprache. Die Legende besagt, dass er aus einer Lotusblüte geboren wurde. Bildlich findet man ihn sitzend auf einer Lotusblume, er hat 4 Köpfe (ursprünglich hatte er fünf Köpfe, allerdings wurde ihm ein Kopf von Shiva abgeschlagen) und 4 Arme. Er reitet auf einem Schwan, bzw. auf einer Wildgangs (hamsa) die für Reinheit und Unterscheidungskraft steht. Seine Beinamen lauten: Prajapati, Purusha, Ishvara oder Kanja.


Brahma gilt als Quelle der Kreativität. Befinden wir uns in einer Phase des Neubeginns, einer Umorientierung, wenn wir einen Mangel an Willenskraft haben, hilft er uns klarer zu sehen um neue Wege beschreiten zu können.


Mantra:

Om Sat Chid Ekam Brahma


Saraswati

Brahma´s 1. Frau war Saraswati, die Göttin der Weisheit, Kreativität, Künste und des Intellekts, die Ur-Mutter der Schöpfung. Das Wort Saraswati teilt sich in Sara=Essenz und Vati=eigene, was soviel wie „Die Essenz des Seins“ bedeutet. Steht eine wichtige Prüfung an, ist Saraswati diejenige die dir beisteht. Nicht nur wenn es um schulische Prüfungen geht, sondern auch Prüfungen, die das Leben mit sich bringt, wie Krisen, Trennungen oder Verluste. Sie sorgt dafür, dass alles im Fluss bleibt.


Mantra:

Om Aim Sarasvatyai Namaha


Gegrüßt seist du, Sarasvati, du Große Göttin der Weisheit, Beschützerin der Wissenschaften und der Kunst.


Gayartri

Gayatri war Brahma´s 2. Frau. Nachdem Saraswati sich geweigert hat, erschuf Brahma mit Gayatri die Welt und die Menschheit. Gayatri ist die Mutter der Veden, das kosmische Licht. Sie ist die Personifikation des berühmten Gayatri- Mantras:


Mantra:

Om Bhur Bhuvah Svaha

Tat Savitur Varenyam

Bhargo Devasya Dhimahi

Dhiyo Yo Nah Prachodayat


Bhur Bhuvah Svaha: Die drei Existenzebenen des Kosmos

Bhur = physische Ebene

Bhuvah= astrale Ebene

Svaha = göttliche Ebene


Tat (dieser) Savitur (Schöpfer) Varenyam (würdig, verehrt zu werden)

Bhargo (Ruhm, Glanz) Devasya (strahlend) Dhimahi (wir meditieren)

Dhiyo (Geist, Verstehen) Yo (der, wer) Nah (uns) Prachodayat (erleuchten)


Lasst uns meditieren über das verehrungswürdige göttliche strahlende Licht, welches die physische, astrale und kausale Welt geschaffen hat. Möge es unser Verständnis erleuchten.

Was soviel bedeutet wie: Wir rufen das Licht an, das in allen ist und möge uns das Licht erleuchten

Es ist eines der machtvollen Moksha Mantras. Moksha bedeutet die Befreiung aus dem ewigen Kreislauf.


Vishnu

Vishnu ist für die Erhaltung der Welt verantwortlich und wird auch als Gott der Sonne und des Lichts beschrieben. Um das Universum zu erhalten und zu schützen, muss er sich öfters als Mensch inkarnieren, um die göttliche Ordnung wiederherzustellen. Diese menschlichen Formen Gottes werden Avatare genannt.

Es gibt insgesamt 10 Avatare. Die Bekanntesten sind Matsya, Kurma, Rama, Krishna und Buddha.

Vishnu wird als jugendlicher Gott mit 4 Armen dargestellt. Er hält einen Diskus, ein Muschelhorn, eine Keule sowie einen Lotos in der Hand. Sein Reittier ist der Adler.


Mantra:

Om Namo Bhagavate Vasudevaaya


NAMO verehren

BHAGAVATE das Göttliche

VASUDEVAYA Gott in meinem Herzen


Dieses Mantra symbolisiert Liebe und Freude

Lakshmi

Der weibliche Aspekt von Vishnu ist Lakshmi, die Göttin der Schönheit, des Glücks und des Reichtums. Beim Reichtum geht es jedoch nicht nur um den materiellen Aspekt, sondern um Harmonie und Wohlbefinden. Lakshmi steht auch für Weisheit, Lebensfreude und Erkenntnis. Auch sie hat 4 Arme. In den beiden oberen Händen hält sie Lotosblüten, die Unteren tragen einmal einen Topf mit dem Unsterblichkeitsnektar Amrita, und einmal Goldmünzen.


Mantra:

Om Shri Maha Lakshmyai Namaha


Dieses Mantra wird rezitiert, wenn man sich geistiges, spirituelles aber auch materielles Wohlergehen und Erflog wünscht.


Rama

ist die 7te Inkarnation Vishnus. Er kam auf die Welt um die Schwachen zu schützen Gerechtigkeit und Frieden wiederherzustellen, das Böse zu zerstören. Er gilt als sehr sanftmütiger und freundlicher Gott. Der Nama Rama bedeutet „Quell der Freude“. Der Name Ramas ist der größte Reiniger des Herzens. Er verbrennt Unwissenheit, Fehler und Leidenschaft, steht für Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Wahrhaftigkeit.


Mantra:

Om Shri Ramaya Namaha


Sita

ist Ramas Gefährtin. Sie steht für Treue und Liebe. Rama und Sita gehören auf ewig zusammen. Rama wäre ohne Sita nicht vollständig.


Mantra:

Sitaram


Hanuman

zu Rama gehört auch Hanuman, der Minister des Affenheeres. Er ist der hingebungsvolle Diener. Mit seiner grenzenlosen Loyalität tritt er immer wieder als Helfer und Retter seines Herren und dessen Familie auf. Er ist der Gott der Verwandlung, Flexibilität und der Stärke. Hanuman ist einer der stärksten und mutigsten Götter und gilt als unbesiegbar. Er bestärkt uns nicht stehen zu bleiben, alte Gewohnheiten abzulegen, offen für das Neue zu sein. Wandlungsfähig und Flexibel zu bleiben.


Mantra:

Om Shri Hanumante Namaha


Krishna

Der Gott der Lebensfreude, der Offenheit und der hingebungsvollen Liebe. Er ist die 8te Inkarnation Vishnus und symbolisiert das höchste Bewusstsein. Übersetzt bedeutet sein Name der Dunkle, der Schwarze, da er in einem Gefängnis geboren wurde und dies im Zeitalter der Dunkelheit. Er wurde geboren um Liebe und Frieden in die Welt zu bringen. Krishna wird meist mit bläulicher Haut, gelber Kleidung mit einer Flöte in der Hand dargestellt. Als Kuhhirte hatte Krishna auch die Beinamen Gopala und Govinda. Er gilt als verspielt, humorvoll und ist jederzeit für einen Streich bereit. In der Bhagavad Gita verkörpert Krishna den göttlichen Lehrer der seinem Schüler Arjuna auf seinem schweren Weg als Lehrer begleitet. Er ist der Überbringer der göttlichen Weisheit, der göttliche Lehrer. Krishna repräsentiert in der Gita das höchste Bewusstsein.


Mantra:

Om Shri Krishnaya Namah


Arunja

Der große Bogenschütze. Arunja steht für das menschliche Ego. Man findet seine Geschichte in der Baghavad Gita, welche zu den beliebtesten Yogatexten gehört. In 18 Kapiteln wird die Geschichte – ein Dialog – zwischen Arunja und Krisha erläutert. Die Geschichte beginnt auf einem Kriegswagen mit dem Blick auf ein versammeltes Heer. Arunja muss den in Kampf ziehen, sieht jedoch auch Familienmitglieder auf der Gegenseite. Er gerät in Zwiespalt. Doch sein Wagenführer und Mentor, nämlich Krishna, steht ihm immer wieder mit Rat zur Seite. Hier beginnt dieser lange Dialog zwischen Schüler und Lehrer. Die Geschichte lehrt uns Hindernisse als Möglichkeiten zur Selbstentwicklung zu sehen.


Shiva

der Gott der Zerstörung, Vernichtung, der Auflösung und Umwandlung. Shiva bedeutet der Gnadenvolle. Er wird auch Yogeshvara (König der Yogis), Maheshvara (großer Gott),Dakshinamurti (erster aller Gurus – adi guru) und Nataraj (König der Tänzer) genannt.


Meist wird er im Meditationssitz dargestellt da er sich in tiefer Mediation befindet. Folgende Symbole sind zu finden. Das Tigerfell, auf dem er sitzt oder steht. Die Kobra die ihm nicht gefährlich wird, der Dreizack der zur Zerstörung des Egos dient, die Mondsichel über dem rechten Auge als Schmuck, die halb geschlossenen Augen die zeigen dass er sich in tiefer Meditation befindet, das dritte Auge, das Auge der Erkenntnis und der Intuition, 3 waagerechte Aschestriche die für die Gunas und für die Unreinheiten stehen, sowie die Trommel – der Ur-Klang und die Rudrakshas, die Früchte eines immergrünen Baumes die heute meist als Malas um den Hals oder das Handgelenk getragen werden. Er hilft uns hinter den Schleier zu blicken, Altes gehen zu lassen um Raum für das Neue zu bekommen.


Mantra:

Om Namah Shivaya


Wir verehren das Göttliche in uns selbst


Nataraja

Als Nataraja erscheint Shiva in Gestalt als vierarmiger Tänzer inmitten eines Flammenkreises, der sowohl die Energie des Gottes als auch den Rand des Universums symbolisiert. Um wie Shiva tanzen zu können, müssen wir völlig loslassen können und frei sein. Frei von Last und Gedanken. Furcht, Angst vor Veränderungen, Angst vor dem Wandel ablegen. Er lehrt uns auf der Welle des Lebens zu reiten, mit all seinen Höhen und Tiefen, um am Ende Freiheit & Glückseligkeit zu erreichen. Wie sein Flammenkreis, eine Art Aura die den Kreislauf der ständigen Veränderung symbolisiert. Nata bedeutet Tänzer, Raja bedeutet König.


Parvati

Der weibliche Aspekt ist Parvati – die Weltenmutter. Sie wird als Mutter des Universums verehrt, steht für die dynamische, kosmische Energie, für das Schöne und für Güte. Auch sie nimmt verschiedenste Formen an, die Erhaltung und Zerstörung zum Ausdruck bringen. Die furchterregenden Inkarnationen sind Durga, Kali, Tara und Chandi, wohingehend Maha, Lalita als gütige Göttinnen auftreten.


Mantra:

Om Kleem Parvatiyei Namaha


Ganesha

Der Herr oder Gott der niederen Gottheiten. Der Gott der Weißheit, des Humors und der Intelligenz. Er beseitigt aller Hindernisse, ist bekannt für seinen Humor, seiner Güte und seiner Freundlichkeit. Ganesha, ist ein Sohn von Shiva und Pravati. Ganesha und leicht an seinem Elefantenkopf zu erkennen. Wegen seines freundlichen Wesens ist er einer der beliebtesten Götter Indiens. Sein Reittier ist eine Maus, bzw. eine Feldratte. Diese repräsentiert das Ego.


Mantra:

Om Gam Ganapataye Namaha


Das Mantra hilft, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen für einen immer wieder neuen, guten Anfang


Subrahmanya

ist der Bruder von Ganesha und somit der zweite Sohn Shivas. Er wurde aus dem Lichtstrahl von Shivas drittem Auge geboren. Er wurde geboren um die äußeren und inneren Dämone des Avidya (Nichtwissen) zu bekämpfen. Subrahmanya ist die Verkörperung von Stärke, Wissen, Liebe und Wonne.


Mantra:

Om Sharavanabhavaya Namaha


Wenn euch dieses Thema und vorallem die Geschichten und Mythen zu den Göttern interssiert, dann kann ich euch das Buch "SHIVA SHIVA / Das Geheimnis der indischen Götter - Mythen, Meditationen, Rituale von Kalashatra Govinda - Kailash Veralg ans Herz legen.


Wie also kann ich die Götter zu Hilfe rufen? Es gibt verschiede Arten. Man kann Ihnen ein Ritual widmen, in der Meditation den Geist auf den gewünschten Gott ausrichten oder singen.


Mantra

Ein Mantra kann gesungen, oder rezitiert werden. Ein Mantra ist in Sanskrit geschrieben und wird, meist im Atemrhythmus geistig oder laut gesprochen. Es entstehen durch den Klang der Wiederholungen Vibrationen; Schwingungen; die auf den Geist und Körper wirken. Die Mantra Rezitation ist die meistgebräuchliche Form in der Meditation. Oft wird bei dieser Form auch eine Japa-Mala (eine Art Rosenkranz) als Zählhilfe verwendet. Sie ist eine Kette, die aus 109 kleineren Kugeln oder Perlen mit einer Schnur verbunden sind. Die 109 Kugel, oder Perle wird als Meru bezeichnet. Wenn man bei ihr ankommt, weiß man, dass 108 Mantrawiederholungen abgeschlossen wurde. Um noch mehr Wirkung zu erreichen kann man das Mantra auch in der Gruppe singen oder rezitieren.


Beim Kirtan Singen wird wechselseitig in der Gruppe gesungen. Zuerst beginnt der Vorsinger einen Teil des Liedes, dann singt die Gruppe diesen Teil nach. Kirtan ist das hingebungsvolle Singen der Namen Gottes. Sie können in jeder Sprache gesungen werden, es gibt keine Vorgaben wie lange und wie oft ein Lied gesungen wird.


„Gedanken sind die Sprache des Geistes. Aber Musik ist die Sprache des Herzens. Wo Bhakti ist, da ist auch Musik. Sie sind untrennbar. Es gibt keinen schöneren und erhebenderen Weg, Bhakti auszurücken als Musik. Das ganze Leben eines intensiven Bhakta ist wie wunderschöne Musik“

Swami Satyananda


Folge deinem Herzen und bleibe dir treu!


Alles Liebe

Claudia


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