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Bücher als Quelle der Inspiration

Aktualisiert: 27. Mai 2019


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Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, lese ich sehr gerne und sehr viel. Es gibt Bücher, die liest man einfach und dann gibt es jene die einen tief berühren, dir erlauben in eine andere Welt einzutauchen, die einen inspirieren. Wie zum Beispiel dieses hier (keine Werbung!) ...


„Das Herzenhören“

von Jan-Philipp Sendeker, Wilhelm Heyne Verlag München 15. Auflage 2002, München.


Oft gehe ich in eine Buchhandlung und schlender einfach nur durch und in den meisten Fällen finde nicht ich das Buch, sondern das Buch mich. Sowe wie das oben erwähnte. Ich kannte dieses Buch nicht, aber das Cover hat mich angelockt. Und so landete es auch schon am Kassentisch. Einmal angefangen zum Lesen und ich konnte nicht mehr aufhören. Mir fielen schon die Augen zu und immer wieder habe ich versucht mich zurück zu holen, zurück zu dieser Geschichte. Ein Roman der dich nicht loslassen will. Vielleicht kennt ihr das ja. Zur Geschichte…


New York – eine glücklich scheinende Familie feiert gemeinsam das bestandene Abschlussexamen der Tochter. Der Vater verließ das Haus im Morgengrauen, er musste nach Boston reisen, ein kurzfristiger Termin. Doch er kam nie zurück. Eines Tages bekam die Tochter ein Paket zugeschickt, in dem sich ein Liebesbrief befand. Von ihrem Vater an eine andere Frau. Eine Frau die in Burma lebte. Nach 4 Jahren voll Zweifel, Trauer und Wut begibt sich Julia - die Tochter – auf eine Reise. Auf der Suche nach ihrem geliebten Vater ins ferne Burma. Dort angekommen stößt Julia auf ein Familiengeheimnis, dass ihr Leben und ihre Sichtweise verändern wird. Und genau hier beginnt diese wunderschöne Liebesgeschichte. Eine tiefe, innige Liebe zwischen einem erblindeten Jungen und einer körperbehinderten jungen Frau. Sie ergänzen sich, er trägt sie, da sie nicht laufen kann und sie lenkt ihn und beschreibt ihm die Welt, die er nicht mehr sehen kann. Doch beide sind glücklich und fühlen sich in ihrer Behinderung keineswegs eingeschränkt.


Hast du schon einmal mit deinen Ohren oder mit deiner Nase gesehen? Tin Win, der Junge hat dies nach seiner Erblindung erlernt. Intensiver denn je. Er hörte jeden Herzschlag, das Schlürfen der Bienen, das Knabbern der Ameisen. Er hörte ob sein Gegenüber traurig, wütend, ehrlich oder falsch ist.


Was dies mit dem Verschwinden des Vaters zu tun hat, werde ich nicht verraten, es könnte ja sein, dass du das Buch lesen willst :-)


Wie schon oben erwähnt hat mich diese Geschichte tief berührt, habe mitgefiebert, mitgelauscht. Die Art und Weise wie dieses Buch geschrieben ist, fesselt einen und insgeheim hofft man, die Geschichte möge nie enden.


Was mich am Meisten inspiriert hat? Die Tatsache, dass man mit Einschränkungen auch glücklich sein kann und vor allem wie in diesem Buch die Liebe beschrieben wird, der Klang des Herzens.

Eine wunderbare Passage aus dem Buch (ein Gespräch zwischen Lehrer und Schüler eines Klosters), zu finden auf Seite 120 ...


„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Unsere Sinnesorgane lieben es, uns in die Irre zu führen, und die Augen sind dabei die trügerischsten. Sie verleiten uns, ihnen zu vertrauen. Wir glauben, unsere Umwelt zu sehen, und es ist doch nur die Oberfläche, die wir wahrnehmen. Wir müssen lernen, das Wesen der Dinge, ihre Substanz, zu erfassen, und dabei sind die Augen eher hinderlich. Sie lenken uns ab, wir lassen uns gerne blenden. Wer sich zu sehr auf seine Augen verlässt, vernachlässigt seine anderen Sinne, und ich meine nicht nur die Ohren oder die Nase. Ich spreche von jenem Organ, das in uns wohnt und für das wir keinen Namen haben. Nennen wir es den Kompass unseres Herzens.“


Nachdem ich dies gelesen habe, habe ich in den nächsten Tagen versucht meine Sinne, die auch ich immer wieder beiseitelege, wieder zu aktivieren. Gerne einmal die Augen schließen, die Gerüche und Geräusche des Frühlings wahrzunehmen. Lauschen woher sie kommen, beobachten was diese in mir auslösen, welche Gedanken aufkommen, welche Gefühle eintreten. Den Klang der Atmung und des Herzens wahrnehmen, achtsam und geduldig. Probiert es selbst doch einmal aus!


Alles Liebe

Claudia

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